Anderlecht spielte gut, aber verlor

MITTWOCH, 2 OKTOBER 2013, 23:45 - RSCA Skater
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0-3, so lautete der Endstand heute im Constant Vanden Stock-Stadion. Aber man muss ehrlich sagen, dass Anderlecht die beste Mannschaft auf dem Feld war. Nur Olympiakos war die effizientere.


Eines war im Constant-Vanden-Stock-Stadion schon vor dem Anpfiff eigentlich klar: Ein Unentschieden würde es nicht geben, schließlich spielte Piräus in seinen 26 letzten Champions-League-Partien nie remis. Gegen Piräus bot Trainer van den Brom eine Elf auf, die im Schnitt 22,63 Jahre alt war. Gleich vier Anderlechter (Tielemans, Praet, Mitrovic und Mbemba) in der Anfangsformation sind keine 20, und ein weiterer (Bruno) ist gerade erst 20 geworden.

Eine fußballerische Teenieband, die gegen die Griechen von Beginn an mächtig Betrieb machte. Mitrovic spielte Praet im Strafraum an, und der 19-jährige Mittelfeldregisseur der „Veilchen“ verzog mit der Fußspitze nur knapp. Auch Bruno (Volleyschuss ans Außennetz, 13.) und Nuytinck (Bong klärte für den geschlagenen Torwart Roberto, 15.) hatten die Anderlechter Führung auf dem Fuß, aber stattdessen „klingelte“ es auf der anderen Seite. Mitroglu profitierte von einem Stellungsfehler in der Anderlechter Abwehr (Nuytinck hob das Abseits auf), um Proto-Vertreter Kaminski zum 0:1 zu überwinden (19.). Was dann folgte, war Anderlechter Spielfreude, wie sie in den letzten Jahren im Europapokal selten zu sehen war. Immer wieder klammerten die Griechen bei Standards von Tielemans, und beim dritten Mal (Samaras hielt Kljestan fest) gab es den längst fälligen Elfmeter. Bitter nur, dass Mitrovic den Strafstoß zwar platziert, aber viel zu schwach schoss. Roberto „roch“ die Ecke und entschärfte den Ball, sodass den Anderlechter Fans der Torschrei im Rachen stecken blieb - weiter 0:1 (25.).

Wie vielversprechend die Anderlechter Version von „Jugend forscht“ ist, zeigte sich in der 31. Minute, als Tielemans mit einem Zuckerpass Praet in Szene setzte, der den Ball über das Tor der Gäste trat. Der 16-jährige Youri Tielemans rechtfertigte voll und ganz das Vertrauen seines Trainer John van den Brom. Nicht immer war in der Vergangenheit Anderlechter Top-Talenten eine ruhmreiche Karriere beschieden (Extrembeispiel ist der Nigerianer Nii Lamptey, der ebenfalls mit 16 debütierte), aber Tielemans macht Hoffnung, den Weg eines Vincent Kompany einzuschlagen, denn er bringt alles mit: Übersicht, Technik, Reife.

Allerdings konnte auch Tielemans nicht verhindern, dass die Unerfahrenheit des belgischen Rekordmeisters dazu führte, dass Anderlecht auch zu Beginn des zweiten Durchgangs Chancen im Minutentakt vergab: Suarez‘ Direktabnahme ging knapp rechts am Tor vorbei (52.), ehe Mitrovic alleine vor Roberto am reaktionsstarken Schlussmann der Griechen scheiterte (53.).

Wie es gemacht wird, demonstrierte Mitroglu auf der anderen Seite. Den zweiten Abwehrfehler der Anderlechter bestrafte er eiskalt mit dem 0:2 (56.). Doch die griechische Lektion in Sachen Effizienz hatte noch kein Ende. Der gleiche Mitroglu besorgte in der 72. Minute den 0:3-Endstand, und spätestens jetzt weiß auch der junge Youri Tielemans, wie hart Fußball sein kann.

Ergebnis: 0-3
Tore: 17' Mitroglou 0-1, 56' Mitroglou 0-2, 72' Mitroglou 0-3

Anderlecht:Kaminski, Gillet, Kouyate, Nuytinck, N'Sakala, Tielemans, Praet (73' Acheampong), Kljestan, Bruno, Suarez, Mitrovic

Olympiakos:Roberto, Maniatis, Manolas, Siovas, Bong, Samaris, Ndinga, Olaitan (57' Fuster), Mitroglou, Weiss, Saviola (65' Dominguez (76' Holebas))

Gelbe Karten: N'Sakala, Bruno, Maniatis, Manolas, Samaris
Rote Karten: /

Schiedsrichter: Hagen (Nor)
Stadion: Constant Vanden Stock-Stadion



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