Anderlecht gab den Sieg noch aus der Hand

MONTAG, 1 APRIL 2013, 23:52 - RSCA Skater
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Anderlecht hat zu Hause im ersten Play-Off-Spiel gegen Genk den Sieg noch aus der Hand gegeben. Trotz eines 1-0 Vorsprungs verlor der Rekordmeister am Ende mit 1-2 gegen die Limburger.


Während die Brüsseler nicht vom Waregemer 1:1 am Samstag profitierten und sogar einen Punkt ihres Vorsprungs einbüßten, ist Genk auf einen Schlag im Titelkampf angekommen, der Pokalfinalist rückte auf drei Zähler an Anderlecht heran. Die Play-offs 1, die vor einigen Wochen noch zu einer langweiligen Angelegenheit zu werden schienen, sind nach dem ersten Spieltag auf einmal spannend. Am kommenden Samstag muss Anderlecht bei Standard Lüttich antreten, das sich auch wieder Chancen ausrechnet.

Der Anderlechter Trainer John van den Brom, der aufgrund einer Sperre auf der Tribüne saß, musste seine Mannschaft notgedrungen gleich auf mehreren Positionen umbauen: Dieumerci Mbokani, Milan Jovanovic und Guillaume Gillet fehlten gesperrt, Ronald Vargas und Samuel Armenteros fielen verletzt aus. Dafür spielten u. a. Alexander Jakovenko, Dennis Odoi und Tom De Sutter. Die Gastgeber dominierten von Beginn an, Genk wurde weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt und kam nur selten an den Ball. In der neunten Minute hatten die Gäste zudem Glück, dass Demy de Zeeuw nach einer Hereingabe von Odoi völlig freistehend den Ball nicht traf, andernfalls hätte es zu diesem Zeitpunkt schon 1:0 gestanden. Die Limburger überstanden den Anderlechter Sturmlauf aber ohne Gegentreffer.

Die erste Halbzeit verlief dennoch weiterhin sehr einseitig, da insbesondere das Mittelfeldtrio Lucas Biglia, Sacha Kljestan und de Zeeuw in guter Verfassung war. Khaleem Hyland wollte den Anderlechter Spielfluss deshalb nach knapp einer halben Stunde auf unfaire Weise unterbinden. Die Attacke des Genkers gegen Kljestan wurde von Schiedsrichter Nzolo nur mit der Gelben und nicht der Roten Karte bestraft. Als die Gäste schon hofften, sich vielleicht mit dem torlosen Remis in die Pause zu retten, gelang Anderlecht der Auftakttreffer. Nach Flanke von Jakovenko köpfte Abwehrspieler Bram Nuytinck zum 1:0 ein (37.). Der Niederländer freute sich auf dem Platz, auf der Tribüne klatschte Louis van Gaal Beifall. Der niederländische Nationaltrainer war nach Anderlecht gekommen, um Nuytinck zu beobachten. Der Genker Co-Trainer Pierre Denier erklärte dagegen nach der ersten Hälfte: „Wir müssen froh sein, dass wir noch halbwegs im Spiel sind.“

Deshalb hätte Genk in der zweiten Hälfte eigentlich mehr machen müssen, doch stattdessen hielt die Heimmannschaft unverändert das Tempo hoch. In der 50. Minute verhinderte Gästekeeper Köteles einen höheren Rückstand, als er einen Schuss von De Sutter glänzend parierte. Diese Rettungsaktion weckte die Limburger etwas auf, denn in der 54. Minute war zum ersten Mal überhaupt auch der Anderlechter Schlussmann Silvio Proto gefordert, als es Hyland aus der Distanz versuchte. Jetzt traute sich Genk mehr zu, zumal Trainer Marion Been mit Julien Gorius einen Offensivspieler eingewechselt hatte. Anderlecht agierte dagegen auf einmal zu passiv und wurde dafür in der 66. Minute bestraft. Nach einem Eckball von Benjamin De Ceulaer wuchtete Abwehrspieler Mbodj den mit dem Kopf unter die Latte, 1:1.

Das Gegentor zeigte Wirkung, und zwar bei beiden Mannschaften. Während Anderlecht immer zögerlicher auftrat, war bei den Gästen das Selbstvertrauen zurückgekehrt. Die Gastgeber zeigten sich eine Viertelstunde vor Schluss erneut anfällig bei Standardsituationen: Nach Flanke von Gorius legte De Ceulaer mit dem Kopf quer auf Jelle Vossen und der Stürmer sorgte für die Genker Führung, 1:2. Anderlecht musste jetzt alles riskieren. Vier Minuten vor dem Ende wurde Suarez von Tshimanga gefoult, Nzolo entschied auf Elfmeter. Nuytinck übernahm die Verantworting, aber der Niederländer setzte die Anderlechter Elfmetermisere in dieser Saison fort, Köteles wehrte den Ball ab und wurde damit zum Genker Matchwinner.

Quelle: netecho

Ergebnis: 1-2
Tore: 37' Nuytinck 1-0, 66' Kara 1-1, 76' Vossen 1-2

Anderlecht:Proto, Odoi (85' Cyriac), Kouyate, Nuytinck, Safari, Kljestan (79' Bruno), Biglia, De Zeeuw, Iakovenko, Suarez, De Sutter

Genk:Koteles, Anele, Simaeys, Kara, Tshimanga, Hyland (55' Gorius), Kumordzi, Buffel, Joseph-Monrose (83' Ojo), De Ceulaer, Vossen (92' Plet)

Gelbe Karten: De Zeeuw, De Sutter, Köteles, Anele, Tshimanga, Hyland
Rote Karten: /

Schiedsrichter: Jérôme Efong Nzolo
Stadion: Constant Vanden Stock-Stadion



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