Anderlecht verliert gegen Zenit 1-3

FREITAG, 17 SEPTEMBER 2010, 00:35 - RSCA Skater
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Im ersten Gruppenspiel verlor Anderlecht im eigenen Stadion mit 1-3 gegen Zenit St.-Petersburg. In der ersten Halbzeit war man chancenlos und konnte erst im zweiten Durchgang zu Chancen kommen, die jedoch vergeben wurden.


Zenit wird seit Jahren überaus großzügig von einem russischen Energiekonzern unterstützt, und mit diesem Geld hat sich der Verein ein Starensemble zusammengestellt, das sich gestern zum Auftakt der Europa League locker mit 3:1 in Anderlecht durchsetzte. Überragender Spieler war Alexander Kerzhakow, der den Gastgebern mit einem Hattrick schon in der ersten Halbzeit den Gashahn zudrehte. Obwohl St. Petersburg klar überlegen war, bot Anderlecht den Gästen auch den nötigen Freiraum, um vor der Pause nach Herzenslust zu kombinieren und die technische Überlegenheit zu demonstrieren. Mit Nationalspieler Nicolas Lombaerts, der seit drei Jahren bei Zenit unter Vertrag steht, konnte immerhin ein Belgier den russischen Sieg feiern.

Anderlecht-Trainer Ariël Jacobs konnte in der Innenverteidigung auf den leicht angeschlagenen Roland Juhasz zurückgreifen, an der Seite des Ungar erhielt Victor Bernardez den Vorzug vor Ondrej Mazuch. Aber Bernardez patzte bereits nach sieben Minuten schwer, als er seinen Gegenspieler Kerzhakow aus den Augen verlor. Der für 10 Mio. Euro verpflichtete Stürmer köpfte nach einer Flanke von Semak ungehindert zum 1:0 für die Russen ein, Silvio Proto hatte keine Abwehrchance. Die Gastgeber erholten sich zunächst relativ schnell von diesem frühen Rückschlag. In der 14. Minute hätte Mbark Boussoufa fast für den Ausgleich gesorgt, der Schuss des Marokkaners wurde abgeblockt, Boussoufa reklamierte vergeblich ein Handspiel.

Aber schon im direkten Gegenzug verhinderte Proto mit einer Glanzparade gegen Danny einen noch höheren Rückstand. Die Gäste boten regelmäßig den technisch anspruchsvollen Fußball, den sich die meisten Anderlechter Fans gerne von ihrer eigenen Mannschaft wünschen. In der 18. Minute ging ein Raunen durch das nur spärlich gefüllte Constant-Vanden-Stock-Stadion, als St. Petersburg eine Kombination mit herrlichem Direktspiel und Hackenpässen zeigte. Anderlecht versuchte es, aber der belgische Rekordmeister war dem UEFA-Pokalsieger von 2008 deutlich unterlegen. In der 33. Minute fand die russische Überlegenheit ihren Ausdruck im 2:0, erneut traf Kerzhakow. Der russische Nationalspieler (50 Länderspiele/15 Tore) setzte sich gleich gegen zwei Gegenspieler durch und überwand Proto mit einem Flachschuss.

Aber damit war der Anderlechter Leidensweg der ersten Hälfte noch nicht beendet. In der 44. Minute ließ ein St. Petersburger nach einer Flanke von der rechte Seite bewusst den Ball durch, wodurch erneut Kerzhakow an den Ball kam und der 27-Jährige machte mit einem herrlichen Schuss in den Winkel seinen Hattrick perfekt. Ariël Jacobs saß völlig bedient auf seiner Bank, und als er sich wenige Minuten von dort erhob, um in die Kabine zu gehen, musste er zudem noch ein gellendes Pfeifkonzert ertragen. Das war jedoch nicht verdient, schließlich verfügt St. Petersburg eben über völlig andere Möglichkeiten. Ähnlich wie Schachtar Donezk, das vor einem Jahr in Europa League mit 4:1 bei Club Brügge gewann, besitzt auch Zenit St. Petersburg eher Champions-League-Format.

In der europäischen »Königsklasse« wollte Anderlecht in dieser Saison eigentlich unbedingt dabei sein. Nach dem Eindruck des gestrigen Abends muss man allerdings aus belgischer Sicht froh sein, dass Anderlecht in der Qualifikation an Partizan Belgrad scheiterte. Gleich drei Gegner von der Qualität des russischen Pokalsiegers oder sogar noch besser, wären dem belgischen Titelträger nicht gut bekommen.

Nach dem Seitenwechsel drückte St. Petersburg das Gaspedal nicht mehr voll durch, was es Anderlecht erlaubte, das Spielgeschehen zu bestimmen. Mit der Einwechslung von Legear wurde zudem das Offensivspiel belebt. In der 66. Minute gelang Juhasz im Anschluss an eine Eckball der Ehrentreffer zum 1:3, den sich die Heimmannschaft durch ihr Engagement verdient hatte. Die Gastgeber waren auch in der Folgezeit das etwas bessere Team der zweiten Hälfte. Dennoch konnte man sich nicht des Eindrucks erwehren, dass St. Petersburg das Tempo im Notfall jederzeit wieder erhöht hätte, obwohl Juhasz in der 86. Minute noch eine gute Kopfballmöglichkeit vergab. Am zweiten Gruppenspieltag ist Anderlecht in zwei Wochen bei Hajduk Split zu Gast.

Quelle: netecho

Ergebnis: 1-3
Tore: 8', 33' und 44' Kerzjakov 0-1, 0-2 und 0-3, 66' Juhasz 1-3

Anderlecht:Proto, Rnic (46' Legear), Bernardez, Juhasz, Deschacht, Biglia, Gillet, Boussoufa, Polak, Lukaku, Suarez
Zenit:Zjevnov, Semak, Bruno Alves, Lombaerts, Lukovic, Denisov, Zirjanov, Danny (90' Krizanac), Sjirokov (36' Fajzoelin), Kerzjakov (79' Jonov), Lazovic

Gelbe Karten: Bernardez, Bruno Alves, Lukovic
Rote Karten: /

Schiedsrichter: Grafe (GER)
Stadion: Constant Vanden Stock-Stadion



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